
Wer guckt hier wen an? Der Brille (Google) wachsen viele kleine Augen, Grundlage: cc (by) Pascal Willuhn, cc (by-sa) frollein2007
Kaum sind die Wellen der Datenschutzdebatte um Google Streetview verebbt, sieht sich der Internetkonzern Google in seinen Scan-Vorhaben bestärkt. Waren es bisher nur Autos, die mit Kameras bestückt durch die Städte geschickt wurden, bastelt man nun an Kamera-Booten und -Flugzeugen. Besonders die Urlaubsstrände sind für Google ein reizendes Objekt für eine Vermarktung in der Touristikbranche.
“Wir leben in einer fortschrittlichen Gesellschaft und Google möchte die Grundlage dafür weiter ausbauen. Niemand kann sich vorstellen, ein Hotel für 3 Wochen Urlaub zu buchen, ohne vorher ein Bild der Anlage gesehen zu haben. Doch die Natur, die Umgebung, die maßgeblich zum Urlaubserlebnis dazu gehört, bleibt unkontrollierbar für den Kunden.”
Es ist unzweifelhaft, dass die Natur sich nicht gegen Photographien wehren kann. Die Touristikbranche nimmt die Nachricht jedoch mit gemischten Gefühlen auf. Es steht die Frage im Raum, wer noch an schöne Orte reisen muss, wenn er die Urlaubsfotos hierzu bereits besitzt. Verteidiger der Maßnahme verweisen auf japanische Urlauber, die seit Jahrzehnten nach Neuschwanstein reisen, obwohl die “Neuschwanstein-Photodichte in Japan” die größte der Welt sei.
Was das obige Google-Statement nicht offen benennt, ist die Tatsache, dass bereits diesen Sommer testweise die ersten Strände in Italien abphotographiert wurden. Die ersten weiblichen Urlauber begehren nun auf, man habe sie ihrer Körper beraubt, Streetview verkomme zu einer Spannerplattform, einige Nachbarn würden bereits die Strände nach Bikiniphotos absuchen. Googles Antwort ist gleichbleibend und von Justiziaren gefestigt: Man würde nur bereits öffentliche Orte aufnehmen und habe dazu auch grundsätzlich ein Recht.
Doch die Kritik ist durchaus berechtigt. Google soll sich die Domain Streetporn.com gesichert haben und die Brille (Google) schaut zurück: Alle Dienste Googles zusammen können den Nutzer mit der Erotikseite verbinden, die er vermeintlich braucht. Das Spannen am Strand über Streetview führt dann wohl zu den passenden Einblendungen. Hat man einen männlichen Vornamen und schaut sich seine Mutter am Strand an der Adria an, bekommt man wohl bald Pornos von “fetten, reifen Frauen in Deiner Umgebung” eingeblendet. Der Google-Fortschritt kann kommen!
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