
Gott ist nicht logisch - sagt Stephen Hawkings, Grundlage: cc (by-nc-sa) Nadine Kämper, cc (by-nc-sa) Rob Bodman
Es ist eine Kettenreaktion der anderen Art: Nach dem sich der Astrophysiker Stephan Hawkings zur Möglichkeit geäußert hatte, dass es nicht unbedingt ein Gott war, der das Universum erschaffen hat, folgt nun ein verbitterter irdischer Kampf um die Deutungshoheit. Der Erzbischof von Canterbury widersprach nun dem Astro-Genie und erklärte, Physik könne die Existenz der Erde nicht erklären. Hieraufhin erklärte der Betreiber des größten Atheismus-Blogs der USA, Gott habe zu seinen Lebzeiten noch nie etwas erklärt, Hawkings aber schon. Und die Diskussion hört nicht auf.
Jüngst äußerte sich ein evangelikaler Führer aus den USA, die Evolution könne eine Geschöpf wie Stephen Hawkings nicht erklären, woraufhin Ethnologen aus Europa meinten, sie könnten den Gottesglauben der Evangelikalen erklären. Und der Papst? Der Papst schweigt und genießt.
Nichts ist ihm lieber als eine Diskussion um das Transzendente, das Ontologische, das die Welt Begründende. Es wird nie eine Antwort geben, auf die Frage, was vor dem Universum war, und das spielt dem Hirten der Unsicheren in die Karten.
Dass es zu solch einer Weitsicht kam, ist für Benedetto nicht üblich und einem langen Weg der Fehlbarkeit geschuldet, den er bis heute zurücklegte. Verfing er sich doch unbeholfen in Auseinandersetzungen mit Homosexuellen und den Gender Studies, Moslems und Juden. Diesmal sitzt er es aus und freut sich über diejenigen, die versuchen, an die Wahrheit in dieser Welt zu glauben und in der heftigen Debatte zerrieben werden. Er selbst kennt die Wahrheit: die Welt wird ihn nur brauchen, wenn sie die absolute Wahrheit in ihr zerstört hat. Stephen Hawkings war sein letzter Gegner; und er zerstört sich selbst.
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Ein sehr schönes Posting zum aktuellen Beitrag. Gerade jedoch der Märchenonkel aus dem vereinigten Königreich sollte vorsichtig sein, begründet er seine überirdische Macht(an)stellung doch einzig auf der Ketzerei eines der schon lange Davongegangenen. In so fern mag er an einen Gott glauben, sollte sich dessen Verzeihung für den Frevel um den anglikanischen Fehlglauben nicht zu sicher sein. Auch wenn er seinen konformistischen Schafen eben jene göttliche Verzeihung verspricht, der er sich nicht sicher sein kann. aber er muss ja auch glauben und darf nicht wissen.
Interessanterweise ist doch eigentlich der Zweifel ein genuin wissenschaftlicher Charakterzug. Transzendent ist eher die Suspendierung des Zweifels. Hier wird ein sanftes Zelt über dem Gläubigen ausgebreitet, welches ihn vor allen dunklen Gedanken schützt. Das wäre dann das Transzen-Tent.
Wirre Gedanken zum Wochenende von Sven
Ein Neologismus nach meinem Geschmack: Transzen-Tent! Solange es den Dachschaden vergessen lässt, ist mir ein beruhigendes Himmelszelt für manche Menschen ja ganz recht. Es darf nur nicht Wirklichkeit regnen: die glaubt nämlich nicht an imaginäre Schutzschilde.
Noch ein ergänzender Neologismus um das christliche Universum zu komplettieren:
‘Höllenzelt’ – um der Erzählung mal die quasi-physische Vorstellung von ‘oben’ und ‘unten’ zu nehmen.